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Samstag, 04.02.2012 > 20:15

AMARO DROM

Musik

Amaro Drom
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Amaro Drom machen Zigeunermusik: emotional, virtuos, dramatisch.

 

 

Am Samstag, 4. Februar 2012 bringt das internationale Quartett die älteste «Weltmusik» ins Chössi Theater Lichtensteig.

Wie die Zigeunermusiker es seit Jahrhunderten tun, sammeln auch Amaro Drom auf ihrem Weg Musik, Einflüsse und Geschichten und tragen sie in die Welt hinaus. Demco Bajramovic, Gavro Nicolic, Patrick Kessler und Goran Kovacevic spielen nah an ihren Wurzeln - traditionelle Roma-Lieder und Volksmusik aus dem Balkan. Der Tradition der Zigeunermusik folgend, lassen sie in das Überlieferte aus ihrer musikalischen Heimat Musikstile aus aller Welt einfliessen.

Die brillanten Musiker bestechen dabei auch als raffinierte Improvisatoren, Arrangeure und Komponisten. Der preisgekrönte Akkordeon-Virtuose Goran Kovacevic kreiert berührende und mitreissende Klangbilder, Gitarrist Demco Bajramovic zitiert Zigeunerjazz und Flamenco, Patrick Kessler spielt am Kontrabass den treibenden Pulsschlag der Wanderer zwischen Ost und West. Und Gavro Nikolic versetzt die Herzen mit inbrünstigem Gesang und feurigem Geigenspiel in Aufruhr.

 

Lesen Sie, was unser geliebter Michi Hug über den Auftritt von Amaro Drom im Assel-Keller schrieb:

 

Wald-Schönengrund. Von wegen Ferien – wenn das Wetter so ist wie es zurzeit ist, bleiben Hinterländer und Neckertaler im Land und gehen in den Keller. Am Samstag lohnte es sich, den «Asselkeller» aufzusuchen. Nicht weil es dort kühler war als auf dem Ebenerdigen, denn es wurde sogar wärmer, sondern weil dort «Amaro Drom» spielte. Ein unscheinbarer Name, ein Geheimtip, für Fans der Roma-Musik aber ein absolutes Muss. «Amaro Drom» sind vier klingende Namen, die im Bereich Zigeunermusik aus der Ostschweiz für deren Anhänger das Non-plus-Ultra bedeuten. Kein Wunder war der «Asselkeller» bis mehr als nur auf den letzten Platz besetzt.


Hochzeitslied zum Auftakt


Mit dem «Gipsy Wedding Song», dem Haupt-Heiratslied der Roma, begann der schwüle Abend im Keller. Mit einer Eigenkomposition des Geigers Gavro Nicolic ging es weiter. Womit angedeutet wird: «Amaro Drom» pendelte stets zwischen Traditionellem und Neuem, zwischen Bekanntem und neu zu Entdeckendem. Auch Tradition bedeutet den Roma nicht, die Asche zu hüten, sondern stets die Glut von neuem zu entfachen, ihre Musik immer wieder neu zu betrachten und neu zu erschaffen.


Kein «Gipsy Wedding Song» tönt gleich wie der letzte, denn auch Hochzeiten sind nicht immer gleich lustig und die Brautleute wechseln ebenso von Fest zu Fest.


Musik der Emotionen


Denn Zigeunermusik ist Musik der Emotionen. Dramatisch ging es also am Samstagabend zu und her, als von Liebe und Leid gesungen wurde. Fröhlich wenn Erinnerungen von ausgelassenen Festen aufgefrischt wurden. Oder himmelhochtraurig wenn der Tod oder die Steuer im Spiel waren. «Amaro Drom» bewegte sich immer nah an den Wurzeln der Roma-Musik, gewährleistet durch die Herkunft des eigentlichen «Stars» des Quartetts, Goran Kovacevic sowie der erwähnte Gavro Nicolic und Demco Bajramovic an der klassischen Gitarre. Letzterer bezeichnet sich als fanatischer Anhänger Django Reinhardts, womit er einen Hauch Jazz in das akustische Bild von «Amaro Drom» brachte.


«Unser Weg»


Der Vierte im Bunde, der einzige dessen Name nicht auf «ic» endet, ist Patrick Kessler. Auch er in der Szene ein Altbekannter und ausserdem Weggefährte von Kovacevic, spielt er doch auch in dessen Nebenprojekten wie dem «Dusa Orchestra» und dem «Romobil» den Kontrabass.
Trotz des prominenten Akkordeonisten, der noch dazu den Titel eines Professors (für Akkordeon und Kammermusik am Landeskonservatorium in Feldkirch) tragen darf, wurde der Abend nicht zur Ego-Show eines Einzelnen, sondern es trugen alle wechselnd mit bewegenden Solis zum Fest bei. Nomen est Omen – «Amaro Drom» heisst schliesslich «unser Weg».